Jürg Hanselmann - Pianist und Komponist
 

Jürg Hanselmann  
 
Der liechtensteinisch/schweizerische Pianist und Komponist erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von acht Jahren an der Musikschule in Vaduz.
Später studierte er bei Albert Schneeberger und Kristina Steinegger am Berner Konservatorium, wo er das Lehr- und Solistendiplom mit Auszeichnung erwarb.
Studien bei Louis Kentner (London) und Irina Edelstein (Frankfurt), ein dreijähriges Kompositionsstudium bei Sandor Veress, sowie Meisterkurse bei Mieczyslaw Horszowski und beim Beaux Arts Trio rundeten die Ausbildung ab.
 
Für das Label Prezioso spielte Jürg Hanselmann mehrere CDs ein, unter anderem das gesamte Klavierwerk Josef Rheinbergers auf 11 CDs.
 
Jürg Hanselmann ist mehrfacher Preisträger: 1980 wurden ihm der Berner Eduard-Tschumi-Preis und der Preis der Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Volksbank zugesprochen.
1983 folgte der Migros-Wettbewerb, Zürich, 1987 der Rotary-Preis, Liechtenstein,
1991 der Kulturpreis der Internationalen Bodenseekonferenz, München,
und 2005 der Josef Gabriel von Rheinberger-Preis, Vaduz.
Die Presse lobt den Pianisten unter anderem wegen seiner «aussergewöhnlichen technischen Qualitäten und zwingenden Musikalität» (La Nuova, Venedig), sein Spiel als «virtuos, zugleich aber klanglich differenziert» (Neue Zürcher Zeitung/NZZ), «da waren Prägnanz, überlegenheit, die keinerlei Anstrengung verrieten, da wurde ‘Hexenwerk’ vorgeführt» (Bund, Bern).
Seine Rheinberger-Einspielungen kommentierte die NZZ: «Der liechtensteinische Pianist Jürg Hanselmann, der in seinem Spiel technische Brillanz und künstlerische Sensibilität auf ideale Weise verbindet, lässt einen das Attribut des ‘akademischen’ Komponisten schnell vergessen.» Die Zeitschrift Musik & Theater schreibt 2001 in ihrer Jahreshitparade der Schallplattenkritiker: «Herrliche Poesie und echt romantische Klanglichkeit, von Jürg Hanselmann hervorgezaubert.»
«Hanselmann ist untrüglich klar, intelligent, musikalisch und überzeugend.» (International Piano 2003)

Classic Music: Third Ear: The Essential Listening Companion, 2002

schreibt zu Rheinbergers Klavierkonzert op.94:

«1998 Jürg Hanselmann recorded this work in a performance more elegant than either of its predecessors and as thrilling as Ponti’s. The Symphonic Orchestra of Liechtenstein is excellent; the sound is superior to the others [...] So we have three very satisfying versions, but Hanselmann’s seems to me the most distinguished.»

zu Rheinbergers Klaviersonaten:

«Hanselmann has recorded all four of the sonatas in 2 CDs that contain several other captivating piano pieces as well. His performances are stylish, sympathetic, full of color and nuance, and technically accomplished, and the sound is faultless. [...]
The pianist has collaborated with his wife, Sandra Hanselmann-Kästli, in a beautiful disc of four-hand pieces, including the exceptional Duo for two pianos op.15»

Auch als Komponist wird der Künstler von Publikum und Presse gefeiert. Zur Uraufführung der Dies Irae Variationen schrieb Walter Labhart in der «Südostscheiz» u.a.: «Im anspruchsvollen, stellenweise hochvirtuosen Klaviersatz wechseln grundverschiedene musikalische Charaktere miteinander ab. Auf tief empfundene Nachdenklichkeit folgt energische Bravour, spielerische Eleganz schliesst sich an kraftvolle, dramatische Zuspitzungen an. Für das von seiner Frau, der Pianistin Sandra Hanselmann-Kästli, am zweiten Klavier mitgestaltete Werk, dem eine beeindruckende Einheit in der Vielfalt der Ausdrucksmittel nachzurühmen ist, bedankte sich das hingerissene Publikum mit einer bei zeitgenössischer Musik eher seltenen Standing ovations.»

Nach der Uraufführung von Tabulatura bezeichnete Dr. Edgar Schmidt im «Liechtensteiner Vaterland» (3.5.2006) Jürg Hanselmann als «den nach Rheinberger wohl wichtigsten und vielseitigsten Musiker des Fürstentums».

«International Piano London» (Sept./Oct.2007) propagiert im verlagseigenen «Orpheus Music Shop» Jürg Hanselmanns Eisenbahnstücke für Klavier mit den Worten: «This unusual collection of works, inspired by famous trains, should appeal to accomplished pianists of all ages who are looking to expand their repertoire. Play your way through the suave &lsquo Orient Express», journey on the «Mikado 1244» and cruise through the jagged «Railway sonatina». The package includes a CD of the pieces for extra rail-related entertainment.»

Julian Haylock schreibt im International Piano May/June 2008 zur CD Die Eisenbahn in der Klaviermusik:

« an amazing idea-31 miniatures all in some way connected with the railways!
Among the best known are Alkan’s “Le chemin de fer” (here given ascintillating performance), Honegger’s “Pacific 231” (more familiar, of course, in its orchestral guise) and Rossini’s “Un petit train de plaisir”. Yet there are also several delightful gems hidden away here including Raff’s “Eisenbahnfahrt” (in which Jürg Hanselmann is joined by his pianist wife, Sandra), Paul Dessau’s “Kleine Eisenbahn” and Soulima Stravinsky’s enchanting “Iron Horse” (over in just 37 seconds). Great fun! »

Eine Werkauswahl finden sie unter dem Link Kompositionen.
 
 
Jürg Hanselmann auf dem Millenium Stage
Jürg Hanselmann auf dem Millennium Stage des Kennedy Centers Washington D.C., 21.11.2006

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